Sonst steht hier oben immer ein Auto – diesmal ausnahmsweise mal nicht. Diesmal ist es die Sonne. Genauer gesagt: eine verdunkelte. Der Grund: Meine große Reise, die ich euch vor 10 Tagen angekündigt habe, hatte ein ziemlich besonderes Ziel – eine totale Sonnenfinsternis. Und das Rätsel aus der Ankündigung lässt sich jetzt auch auflösen: Die zwei Länder, in denen ich noch nie war, waren Spanien und Andorra. Jetzt, wo alles vorbei ist, gibt's hier den ausführlichen Rückblick: die Route, das Laden unterwegs, und natürlich die Sonnenfinsternis selbst. Wer die komplette Route mit allen Ladevorgängen und noch mehr Fotos sehen will: Die gibt's im interaktiven Reise-Blog.

⚡ Laden unterwegs: meistens Tesla, aber nicht immer

Den Großteil der Strecke habe ich ganz klassisch am Tesla-Supercharger-Netz geladen – das zieht sich bis weit nach Spanien durch, wo auch dieses Foto entstanden ist:

MG4 lädt an einem Tesla Supercharger in Spanien
Auch in Spanien: zuverlässig am Tesla-Supercharger geladen.

Aber nicht immer lag ein Supercharger günstig auf der Strecke – dann musste ich auf Alternativen ausweichen. Schon in Frankreich hab ich an so einem Ladepark geladen:

Ladepark des Anbieters Atlante in Frankreich
In Frankreich: ein Ladepark des Anbieters Atlante, keine Tesla-Säule in der Nähe.

Und auch in Spanien habe ich an dieser ungewöhnlichen Ladestation geladen:

Ungewöhnliche Ladestation in Spanien
In Spanien: keine Tesla-Säule in der Nähe, dafür eine interessante Ladestation.

Ich hab dort einfach die Ladekarten von ChargeNow oder Electroverse verwendet – das ist einfacher als die jeweilige App. Auch abseits vom Tesla-Netz ließ sich die Reise so problemlos durchladen.

🏖️ Erste Station: Dune du Pilat

Der erste längere Aufenthalt der Reise: die Dune du Pilat bei Arcachon, mit rund 110 Metern Europas höchste Wanderdüne. Der Aufstieg lohnt sich – oben hat man einen grandiosen Blick über die Bucht von Arcachon auf der einen und den endlosen Kiefernwald der Landes auf der anderen Seite. Kein Wunder, dass sich hier abends gefühlt halb Frankreich zum Sonnenuntergang trifft. Direkt vor Ort ließ sich völlig problemlos AC laden, während ich genau das genossen habe:

MG4 lädt per AC an der Dune du Pilat
An der Dune du Pilat: problemloses AC-Laden direkt vor Ort.
Sonnenuntergang an der Dune du Pilat
Sonnenuntergang an der Dune du Pilat. So dicht sollten die Wolken bei der Sonnenfinsternis hoffentlich nicht mehr vor der Sonne hängen.

🇪🇸 Weiter nach Spanien: Übernachten mit Ladesäule

Am Tag darauf ging's weiter nach Spanien. Geplant war ein Stopp rund 30 km westlich von Burgos – eine Art Autobahnraststätte mit ein paar Campingplätzen und einem Tesla-Lader direkt vor Ort. Perfekt, um gleichzeitig zu übernachten und Strom zu tanken.

Dabei habe ich gleich etwas gelernt: Selbst bei laufender Klimaanlage über Nacht braucht das Auto nur etwa 15 % Akku. Das nächste Foto zeigt meinen Schlafplatz für die nächsten Nächte:

MG4 lädt über Nacht auf einem Rastplatz in Spanien
Schlafplatz für die nächsten Nächte: Rastplatz westlich von Burgos, Tesla-Lader inklusive. Das Auto muss dabei laufen, weil ich Lüftung bzw. Klimaanlage brauche – dabei lässt sich das Standlicht vorne nicht ausschalten. Deshalb bewusst schief geparkt, damit es auf den Acker statt zur Tankstelle bzw. zu den anderen Campern leuchtet.

🛒 Kostenlos laden beim Lidl – gibt's tatsächlich noch

Ein kleiner Fund am Rande: In Burgos konnte ich an einem Lidl-Markt kostenlos laden – 30 Minuten gratis, einfach einstecken. In Deutschland kennt man das kaum noch, hier auf der Seite hatten wir das Thema "kostenlos laden bei Supermärkten" sogar schon fast abgeschrieben. Umso schöner, unterwegs eines der letzten Exemplare zu finden – und das passt ja nun wirklich perfekt zum Namen dieser Seite:

MG4 lädt kostenlos an einem Lidl-Markt in Burgos
Kostenlos laden beim Lidl in Burgos – 30 Minuten gratis, einfach einstecken und das Auto lädt. Keine Ladekarte, keine Kreditkarte, kein Autorisieren oder Ähnliches.

🔭 Die Suche nach dem perfekten Beobachtungsplatz

Die nächsten Tage habe ich damit verbracht, die Gegend zu erkunden und den besten Platz für die Sonnenfinsternis-Beobachtung zu finden. Entschieden habe ich mich am Ende für diesen Ort:

Beobachtungsplatz kurz vor der Totalität der Sonnenfinsternis
10 Minuten vor der Totalität – hier habe ich die Sonnenfinsternis beobachtet. Achtet auf den Lens Flare rechts unterhalb der Sonne: Er zeigt schon die stark verdunkelte, sichelförmige Sonne.

Das Auto musste derweil auf einem Ladeplatz nebenan warten. Kleines Suchbild gefällig – wo steht es eigentlich?

Ladeplatz neben dem Beobachtungsort, Suchbild: wo steht das Auto?
Suchbild: Während ich die Sonnenfinsternis beobachtet habe, wartete das Auto brav nebenan am Ladeplatz.

Ein Video der Sonnenfinsternis selbst gibt's übrigens in meinem Reise-Blog dazu: mg4.dresel.systems/sofi26.

🚗 Der Rückweg: über Saragossa, Andorra und Saint-Tropez

Nach der Sonnenfinsternis ging es weiter Richtung Heimat – über Saragossa, Andorra und Saint-Tropez.

In Saragossa bin ich einfach mitten in die Stadt gefahren – der Akku war fast leer, also erstmal einen Lader gesucht. Bewusst einen mit 50 kW: 11 kW hätten zu lange gedauert, so viel Zeit hatte ich nicht, und mit über 100 kW wäre das Auto zu schnell wieder fertig gewesen, um in Ruhe die Stadt anzugucken. Mit 50 kW wäre der 64-kWh-Akku rechnerisch in gut einer Stunde voll, aber ab etwa 90 % SoC lädt das Auto deutlich langsamer. Nach zwei gemütlichen Stunden Stadterkundung stand ich bei 96 % – das Auto war noch nicht mal ganz fertig geladen, aber voll genug zum Weiterfahren. Hat perfekt gepasst:

MG4 lädt mitten in Saragossa mit 50 kW
Mitten in Saragossa: zwei Stunden gemütlich mit 50 kW geladen, während ich die Stadt erkundet habe. Keine Parkplatzprobleme wie mit dem Verbrenner – einfach an einer Ladestation geparkt.
Basílica del Pilar in Saragossa
Die Basílica del Pilar in Saragossa – eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

🇦🇩 Andorra: Laden ist hier gar nicht so einfach

Danach ging es direkt weiter nach Andorra. Mir war schon vorher klar, dass deutsche Ladekarten dort nirgends funktionieren – Laden ist im Fürstentum also gar nicht so einfach. Also musste ich mir vorab überlegen, wie ich dort trotzdem an Strom komme. Bei der Recherche bin ich auf eine Ladestation gestoßen, an der es direkt per Kreditkarte klappen müsste – und tatsächlich hat es dann auch funktioniert.

Wo genau die Station steht, verrate ich hier noch nicht – das gibt's demnächst in einem eigenen Artikel zu besonderen Lade-Spots. Bis dahin schon mal ein Teaserfoto aus Andorra:

Teaserfoto aus Andorra
Andorra – wo genau hier geladen wurde, gibt's demnächst in einem eigenen Artikel.

🏔️ Über den Port d'Envalira zurück nach Frankreich

Von Andorra aus ging es über den Port d'Envalira – mit 2.408 m der höchste Straßenpass der Pyrenäen – zurück nach Frankreich:

MG4 an der Passhöhe des Port d'Envalira, 2.408 m
Passhöhe Port d'Envalira, 2.408 m – der höchste Straßenpass der Pyrenäen, Grenze zwischen Andorra und Frankreich.
Panoramablick an der Passhöhe
Panoramablick oben am Pass.

Bevor es weiter Richtung Saint-Tropez ging, wurde aber erstmal an einem Tesla-Supercharger in Frankreich im Auto übernachtet.

🏖️ Saint-Tropez: Laden mit Strandblick

In Saint-Tropez konnte ich kostenlos direkt am Strand parken und für kleines Geld gleich wieder laden – während ich mir einen schönen Tag am Strand gemacht habe:

Ladesäule direkt am Strand von Saint-Tropez, Blick durch die Windschutzscheibe
Laden mit Strandblick in Saint-Tropez. Die Parkplätze hier lassen sich nur schräg vorwärts anfahren – dadurch liegt das Kabel etwas seltsam, weil meine Ladeklappe links hinten sitzt.
Strand von Saint-Tropez mit Kakteen
Der Strand von Saint-Tropez – inklusive Kakteen.

🇮🇹🇦🇹 Und dann: nur noch Heimfahrt

Von Saint-Tropez ging es weiter durch Italien und Österreich – aber ehrlich gesagt war das nur noch die reine Heimfahrt, da ist nichts mehr Besonderes passiert. Eine Station durfte trotzdem nicht fehlen: der Brenner. Den kenn ich schon von früheren Reisen (mehr dazu auf meiner Über-mich-Seite) – AdHoc laden für 43 ct/kWh, Kaffee bei Lanz, und weiter geht's:

Ladeplätze am Brenner
Wieder am Brenner: AdHoc laden, ein echter Klassiker auf meinen Italien-Rückreisen.
Cappuccino und Croissant bei Lanz am Brenner
Cappuccino und Croissant bei Lanz – Pflichtstopp am Brenner.

⚠️ Probleme unterwegs & Fazit

Ganz ohne kleine Hürden ging so eine lange Reise natürlich nicht, aber es hielt sich in Grenzen:

  • Zweimal einen ziemlich vollen Supercharger erwischt – kurz warten musste ich trotzdem, aber nie länger als 5 Minuten.
  • Einmal lieferte ein Supercharger nur mickrige 15 kW – der Stall direkt daneben funktionierte dann aber wie gewohnt.
  • Zweimal die Autobahnausfahrt verpasst bzw. verfahren, sodass ich auf eine alternative Ladestation ausgewichen bin.
Fast überfüllter Tesla Supercharger in Montmarault, Frankreich
Einer der fast überfüllten Supercharger in Montmarault, Frankreich – hier musste ich kurz warten.

Ein paar Zahlen zur Reise, direkt aus der Telemetrie meines Autos und meinen Ladebelegen:

Reisedauer8 Tage (8.–15. August 2026)
Streckeca. 4.497 km
Ladevorgänge35
Geladene Energie934,7 kWh
Ladekosten375,77 € (+ 11,99 € Tesla-Membership)
Ø Preisca. 40 ct/kWh (inkl. Membership-Gebühr: ca. 41,5 ct)

Das war's dann aber auch schon – der Rest der Reise lief beim Laden total problemlos. Wer alle Details, die komplette Route, sämtliche Ladevorgänge und noch mehr Fotos sehen möchte: Alles ist einsehbar auf der interaktiven Karte unter mg4.dresel.systems/sofi26.