Der Brenner ist mit 1.374 Metern der niedrigste Alpenpass und damit die wichtigste Nord-Süd-Verbindung zwischen Deutschland/Österreich und Italien – über die A13 auf österreichischer und die A22 auf italienischer Seite rollt hier ein Großteil des gesamten Alpen-Transitverkehrs. Gleichzeitig ist der Brenner die Grenze zwischen Tirol und Südtirol: Bis 1919 gehörte auch Südtirol zu Österreich, seitdem verläuft mitten durchs Passgebiet die Staatsgrenze zu Italien.

Für mich als E-Auto-Fahrer ist der Brenner deshalb ein Pflichtstopp auf jeder Italien-Reise – aus einem einfachen Grund: Hier gibt es nicht eine, sondern gleich vier verschiedene Lademöglichkeiten auf engstem Raum, direkt an der Grenze. Je nachdem, was gerade frei ist, wie viel Zeit man hat und was man in der Ladezeit machen will, lohnt sich eine andere Station. Hier ist der Überblick, den ich mir selbst gewünscht hätte, bevor ich das erste Mal hier stand.

Zufahrt zur Ladezone am Brenner mit Hinweisschild 2,50 m Durchfahrtshöhe, mehrere E-Autos parken bereits
Die Zufahrt zur Ladezone – gut ausgeschildert, aber Achtung: nur 2,50 m Durchfahrtshöhe. Hier stehen schon mehrere E-Autos, unter anderem ein Tesla.
  • OrtBrenner / Brennero, Grenze Österreich–Italien
  • AutobahnA13 (AT) / A22 (IT), direkt an der Ausfahrt
  • Ladestationen4 Anbieter in Gehweite: Tesla, AdHoc (A22), Ionity, Shell
  • DrumherumOutlet Center Brenner, Café Lanz, Plessi Museum

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1. Tesla Supercharger – nur für Tesla-Fahrzeuge

📍 46.995444, 11.502111 🧭 Navigation starten

Mehrere Tesla-Fahrzeuge an den Tesla-Ladesäulen am Brenner, im Hintergrund Berge
Gut gefüllt, aber mit rund 20 Ladeplätzen findet sich fast immer noch ein Platz.

Der Supercharger liegt direkt am Plessi Museum, gleich hinter der Grenze auf italienischer Seite. Eine Besonderheit dabei, die ich schon auf meiner Über-mich-Seite erwähnt habe: Dieser Standort ist einer der ganz wenigen Supercharger in ganz Europa, der nicht für Fremdmarken geöffnet ist – hier laden ausschließlich Tesla-Fahrzeuge. Für Tesla-Fahrer ist genau das ein Vorteil: Mit rund 20 Ladeplätzen an dieser Station ist praktisch immer etwas frei, auch wenn drumherum alles andere überlaufen ist.

2. AdHoc-Ladestation der A22 – 43 ct/kWh direkt bei Lanz

📍 46.995371, 11.502284 🧭 Navigation starten

AdHoc-Ladeplätze C1 bis C4 am Brenner mit mehreren ladenden E-Autos
Die vier Ladeplätze C1 bis C4 direkt gegenüber vom Tesla Supercharger.

Direkt gegenüber vom Supercharger steht die zweite Option: eine AdHoc-Ladestation der Brennerautobahn A22 selbst – ganz ohne App oder Vertrag, einfach Kreditkarte rein und laden. Konkret sind das zwei Ladesäulen mit vier Anschlüssen (C1–C4 auf dem Terminal), die sich zu zweit 150 kW teilen. Der Preis: 43 ct/kWh für HPC – Teil eines größeren Netzes von 16 baugleichen A22-Ladestationen zwischen der Grenze und Modena, alle zum gleichen Tarif (43 ct HPC / 38 ct DC / 33 ct AC).

Zahlterminal der AdHoc-Ladestation am Brenner mit Kartenleser und Anschluss-Auswahl
Das Zahlterminal (Fortech, betrieben von der A22): Girocard/Bancomat, Visa, Mastercard, Google Pay und Apple Pay werden akzeptiert – ganz ohne App oder Registrierung.

Wichtig – genaue Reihenfolge einhalten: Erst am Terminal bezahlen, danach am Bildschirm den gewünschten Ladeanschluss (C1–C4) auswählen, und erst dann das Auto anstecken. Wird diese Reihenfolge nicht exakt eingehalten, startet der Ladevorgang nicht.

Direkt daneben liegen zwei weitere Gründe, warum sich diese Station lohnt: das Café Lanz und das Plessi Museum.

Cappuccino mit Latte-Art und Schoko-Croissant bei Lanz am Brenner
Cappuccino mit sauberer Latte-Art plus Schoko-Croissant bei Lanz – zusammen 7,40 €, für eine Autobahnraststätte fair und richtig lecker.

Café Lanz ist eine ganz normale Raststätte, aber mit spürbar mehr Anspruch als das übliche Autobahn-Einerlei: guter Cappuccino, frisches Gebäck, faire Preise. Perfekt, um die Ladezeit zu überbrücken, ohne dass es sich nach Zwangspause anfühlt.

Direkt nebenan liegt das Plessi Museum – laut Betreiber das erste Museum überhaupt, das direkt an einer Autobahn gebaut wurde. Auf rund 13.000 m² zeigt der italienische Videokünstler Fabrizio Plessi Videoinstallationen und Skulpturen rund um Wasser, Feuer und Bewegung. Klingt ungewöhnlich für eine Raststätte, ist aber genau die Art von Ablenkung, die eine halbe Stunde Ladezeit im Nu vergehen lässt.

Schriftzug Plessi Museum an der Steinfassade am Brenner
Der Eingang zum Plessi Museum – keine hundert Meter von den Ladeplätzen entfernt.

Tipp aus eigener Erfahrung: Diese Station ist beliebt und entsprechend oft gut ausgelastet – am besten Nebenzeiten für den Ladestopp einplanen.

3. Ionity im Parkhaus – viel Leistung, aber oft voll

📍 47.006170, 11.506704 🧭 Navigation starten

Ionity-Ladestationen im Parkhaus des Outlet Center Brenner
Die Ionity-Ladepunkte im Erdgeschoss des Parkhauses vom Outlet Center Brenner.

Ein paar Autominuten nördlich, im Parkhaus des Outlet Center Brenner, betreibt Ionity mehrere Ladepunkte mit hoher Leistung (laut Nutzerberichten bis zu 350 kW). Das Parken selbst ist kostenlos, kein Parkschein nötig, Zugang rund um die Uhr. Der Haken: Im Parkhaus ist es eng, und die Station ist – gerade an Wochenenden – Nutzerberichten zufolge häufig komplett ausgelastet, auch außerhalb der Hauptreisezeit. Vor der Fahrt lohnt sich ein Blick in die Ionity-App, ob gerade etwas frei ist.

Wer ohnehin Zeit totschlagen will, ist hier goldrichtig: Direkt über dem Parkhaus liegt das Outlet Center selbst, mit Marken wie Adidas, Boss, Calvin Klein, Guess, Levi's, Liebeskind, Puma, Skechers und Tommy Hilfiger – ein naheliegender Grund, warum diese Station gerade an Wochenenden so gefragt ist.

4. Shell Recharge – der Geheimtipp

📍 47.008123, 11.507113 🧭 Navigation starten

Etwas nördlicher, ebenfalls direkt neben dem Outlet Center, betreibt Shell eine weitere Ladestation – ein echter Geheimtipp, wenn Tesla, AdHoc und Ionity gerade voll sind. Gut erreichbar, und meiner Erfahrung nach oft noch etwas frei, wenn an den anderen drei Stationen schon Schlange steht.

Fazit: Welche Station wähle ich?

  • Tesla-Fahrer: immer der Supercharger – fast garantiert ein freier Platz.
  • Schnell, günstig und mit Kaffeepause: die AdHoc-Station bei Lanz – aber die Reihenfolge beim Bezahlen unbedingt einhalten.
  • Hohe Ladeleistung nötig, und Lust auf Shopping: Ionity im Parkhaus – Enge und mögliche Auslastung einplanen.
  • Alles andere ist voll: Shell als Rückfalloption probieren.

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