Andorra ist ein Zwergstaat in den Pyrenäen, eingeklemmt zwischen Spanien (Katalonien) und Frankreich – 467 km² groß, rund 72.300 Einwohner, davon nur etwa ein Drittel gebürtige Andorraner. Die Hauptstadt Andorra la Vella liegt auf rund 1.023 Metern und ist damit die höchstgelegene Hauptstadt Europas. Wirtschaftlich lebt das Land vor allem vom zollfreien Einkauf und Skitourismus: Rund 9 Millionen Besucher kommen jedes Jahr, die meisten davon als Tagesgäste.

Für E-Auto-Fahrer ist Andorra aber vor allem eins: eine Insel außerhalb der EU, mitten in Europa. Das klang schon in meinem Sonnenfinsternis-Reisebericht an – hier gehe ich genauer darauf ein, warum das Laden dort wirklich zum Problem werden kann und was bei mir funktioniert hat.

  • LandZwergstaat in den Pyrenäen, zwischen Spanien und Frankreich, 467 km²
  • HauptstadtAndorra la Vella, ~23.000 Einwohner, höchstgelegene Hauptstadt Europas
  • LadeproblemKein EU-/EWR-Mitglied – deutsche Ladekarten und -Apps funktionieren meist nicht
  • HandynetzFällt nicht unter die EU-Roaming-Verordnung – Datenroaming je nach Anbieter unzuverlässig

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Warum Laden in Andorra wirklich kompliziert ist

Andorra ist zwar komplett von der EU umgeben, selbst aber weder EU- noch EWR-Mitglied. Das hat für E-Auto-Fahrer zwei Nebenwirkungen, die sich gegenseitig verschärfen:

Erstens: Ladekarten und -Apps. Die europäischen Lade-Roaming-Netzwerke, auf denen deutsche Ladekarten und -Apps aufbauen, reichen nicht nach Andorra hinein. Wer einfach mit der gewohnten Karte anstecken will, hat schlechte Karten – das hatte ich schon im Sonnenfinsternis-Reisebericht angekündigt.

Zweitens, und das macht's noch unangenehmer: das Handynetz. Andorra fällt – genau wie die Schweiz – nicht unter die EU-Roaming-Verordnung. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass gar nichts geht – es ist aber von Anbieter zu Anbieter komplett unterschiedlich geregelt, oft mit deutlichen Aufschlägen. Bei mir persönlich (Telekom) war schlicht gar kein Roaming dabei, ich hätte vorher extra ein Auslandspaket buchen müssen. Selbst die im MG4 fest eingebaute SIM-Karte hatte in Andorra kein Netz. Wie es bei anderen Anbietern aussieht, kann ich nicht aus eigener Erfahrung sagen – am besten vorher beim eigenen Anbieter nachfragen, statt sich darauf zu verlassen.

Die Kombination ist das eigentliche Problem: Ohne funktionierende Ladekarte bräuchte man eine App oder eine Bezahlseite per QR-Code – aber genau dafür braucht man eine Internetverbindung, die im Zweifel ebenfalls nicht da ist.

Die Lösung: eine Ladestation mit persönlicher Bedienung

📍 42.505234, 1.529054 (Avinguda de Tarragona, Andorra la Vella) 🧭 Navigation starten

Anfahrt zur Ladestation an der Avinguda de Tarragona in Andorra la Vella
Die Anfahrt zur Ladestation.
Anfahrt zur Ladestation von der anderen Seite, im Hintergrund Berge und ein McDonald's-Schild
Die Anfahrt von der anderen Seite – das McDonald's-Schild als Orientierungspunkt.
MG4 lädt an einer DC-Ladestation in Andorra la Vella
Die DC-Ladestation an der Avinguda de Tarragona, keine hundert Meter vom McDonald's entfernt.

Genau deshalb ist diese Schnellladestation in Andorra la Vella so praktisch: Vor Ort ist eine Person, die den kompletten Ladevorgang für einen übernimmt. Bezahlt wird per Kreditkarte. Man gibt vorher an, wie viele kWh man laden möchte, abgerechnet wird am Ende aber nur das, was tatsächlich geladen wurde. Keine App, kein Internet, keine Ladekarte nötig – genau das, was in Andorra sonst fehlt, wird hier durch einen Menschen ersetzt.

Zum Preis: Ich hab keine genaue Zahl dokumentiert, dürfte aber bei rund 55 ct/kWh gelegen haben – spürbar teurer als die meisten Optionen in Deutschland, aber angesichts der Alternative (gar nicht laden können) ein fairer Deal.

Fazit: Wie lade ich in Andorra?

  • Am sichersten: vollgeladen einreisen und sich nicht darauf verlassen, dass die gewohnte Ladekarte funktioniert. Andorra ist klein, die Strecken innerhalb des Landes sind kurz – wer nicht gerade mit sehr wenig Restreichweite ankommt, kommt normalerweise auch ganz ohne Nachladen problemlos wieder raus. Eine valide Option, keine Notlösung.
  • Wer trotzdem laden muss: die bediente DC-Station an der Avinguda de Tarragona in Andorra la Vella probieren – Kreditkarte reicht, Internet wird nicht gebraucht.
  • Handynetz vorher klären: beim eigenen Anbieter nachfragen, ob und was Roaming in Andorra kostet – nicht einfach darauf verlassen.

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