Aral Pulse senkt zum 1. Juli 2026 die Preise im Klassik-Tarif – und zwar in allen Leistungsklassen um einheitlich 7 Cent pro kWh. Der abo-pflichtige Extra-Tarif bleibt dabei unverändert. Das verschiebt nicht nur das Preisgefüge zwischen den eigenen Tarifen, sondern sorgt auch für einen kuriosen Nebeneffekt beim ADAC-Spezialtarif, den wir uns unten genauer ansehen.
Alte vs. neue Preise im Klassik-Tarif
Der Klassik-Tarif gilt für alle registrierten Aral-Pulse-App-Nutzer ohne Abo. Hier die Preise im direkten Vorher-Nachher-Vergleich:
| Kategorie | Alt | Neu (ab 1.7.2026) | Differenz |
|---|---|---|---|
| AC (≤22 kW) | 0,54 €/kWh | 0,47 €/kWh | −7 ct |
| DC (≤50 kW) | 0,59 €/kWh | 0,52 €/kWh | −7 ct |
| DC (>50 kW, HPC) | 0,69 €/kWh | 0,62 €/kWh | −7 ct |
Der Extra-Tarif (2,99 € Grundgebühr/Monat) bleibt bei 0,41 / 0,46 / 0,54 €/kWh – unverändert.
Lohnt sich der Extra-Tarif jetzt noch?
Durch die Senkung schrumpft der Preisvorsprung des Extra-Tarifs gegenüber Klassik spürbar. Vorher lag der Unterschied bei 13–15 ct/kWh, jetzt sind es nur noch 6–8 ct/kWh:
| Kategorie | Ersparnis vorher | Ersparnis jetzt | Break-even (Grundgebühr) |
|---|---|---|---|
| AC | 13 ct/kWh | 6 ct/kWh | ~23 kWh → jetzt ~50 kWh/Monat |
| DC ≤50 kW | 13 ct/kWh | 6 ct/kWh | ~23 kWh → jetzt ~50 kWh/Monat |
| DC >50 kW | 15 ct/kWh | 8 ct/kWh | ~20 kWh → jetzt ~37 kWh/Monat |
Break-even einfach erklärt: Die 2,99 € Grundgebühr muss erst durch die geringere Kilowattstunde reingeholt werden. Vorher war das schon ab rund 20–23 kWh im Monat der Fall – ein einziger mittlerer Ladevorgang. Jetzt braucht es fast doppelt so viel Ladevolumen (37–50 kWh), bis sich das Abo überhaupt lohnt. Wer nur gelegentlich öffentlich lädt, fährt mit Klassik ab sofort oft günstiger.
Alle Aral-Pulse-Tarife im Überblick
Neben Klassik und Extra gibt es noch den ADAC-Sondertarif und den Ladesäulentarif für spontanes Laden ohne Registrierung – beide sind von der Preissenkung nicht betroffen:
| Tarif | AC | DC ≤50 kW | DC >50 kW |
|---|---|---|---|
| Klassik (App) | 0,47 € | 0,52 € | 0,62 € |
| Extra (2,99 €/Monat) | 0,41 € | 0,46 € | 0,54 € |
| ADAC e-Charge | 0,55 € | 0,55 € | 0,55 € |
| Ladesäulentarif (spontan) | 0,59 € | 0,69 € | 0,79 € |
Kurios: ADAC-Vorteil verpufft bei AC und mittlerem DC
Hier wird es interessant: Der ADAC e-Charge Tarif wird traditionell als Mitgliedervorteil beworben – ein Pauschalpreis ohne Grundgebühr, der sich gegenüber "normalen" Tarifen lohnen soll. Nach der Preissenkung stimmt das aber nur noch bedingt:
| Kategorie | Klassik (neu) | ADAC e-Charge | Wer ist günstiger? |
|---|---|---|---|
| AC (≤22 kW) | 0,47 €/kWh | 0,55 €/kWh | Klassik, um 8 ct |
| DC (≤50 kW) | 0,52 €/kWh | 0,55 €/kWh | Klassik, um 3 ct |
| DC (>50 kW) | 0,62 €/kWh | 0,55 €/kWh | ADAC, um 7 ct |
Ein ADAC-Mitglied, das seinen Sondertarif nutzt, zahlt beim AC-Laden und beim mittleren DC-Laden (≤50 kW) inzwischen mehr als jeder ganz normale, unregistrierte Klassik-Kunde ohne Abo und ohne Mitgliedschaft. Nur beim reinen HPC-Schnellladen über 50 kW ist der ADAC-Tarif tatsächlich noch günstiger. Das wirft eine berechtigte Frage auf: Wenn ein beworbener "Spezialtarif" in zwei von drei Kategorien schlechter abschneidet als der Standardtarif ohne jede Voraussetzung – wofür lohnt sich die ADAC-Anbindung dann noch, außer für Vielfahrer, die fast ausschließlich mit mehr als 50 kW laden?
Unsere Einschätzung: Solche Verschiebungen entstehen oft, weil Partnertarife (wie der ADAC-Tarif) nicht automatisch mit den eigenen Tarifen des Betreibers mitgezogen werden, wenn dieser seine Preise senkt. Für ADAC-Mitglieder lohnt sich ab sofort ein Blick in die Aral-Pulse-App, um zu prüfen, ob der eigene Klassik-Tarif nicht ohnehin günstiger ist – ganz ohne Mitgliedschaft.
Transparenzhinweis: Es ist durchaus denkbar, dass wir hier etwas übersehen oder falsch interpretieren – etwa eine Sonderbedingung, die auf der Seite nicht sofort ins Auge fällt. Die Zahlen stammen aber direkt von der offiziellen Aral-Pulse-Tarifseite, die genau diese Preise für Klassik-Tarif und ADAC e-Charge Tarif ausweist. Wer es genau wissen will, sollte dort selbst nachschauen.
Blockiergebühren
Wer nach dem Laden stehen bleibt, zahlt an AC-Ladepunkten ab 120 Minuten und an DC-Ladepunkten ab 45 Minuten jeweils 0,15 € pro Minute. An bp- und Aral-Pulse-eigenen Ladepunkten entfällt diese Standzeitgebühr komplett.
Bezahlmethoden
Geladen werden kann über die Aral-Pulse-App, die Aral-Pulse-Ladekarte, Plug & Charge (ISO 15118), kontaktlos per EC-/Kredit-/Debitkarte direkt am Terminal oder per QR-Code im Webshop.
Fazit
Die Preissenkung im Klassik-Tarif ist grundsätzlich eine gute Nachricht für alle, die spontan oder gelegentlich bei Aral Pulse laden. Wer bisher automatisch zum Extra-Tarif gegriffen hat, sollte aber neu nachrechnen: Der Break-even-Punkt hat sich fast verdoppelt, ab weniger als rund 40–50 kWh im Monat lohnt sich die Grundgebühr oft nicht mehr. Und ADAC-Mitglieder sollten genau hinschauen – ihr vermeintlicher Sondertarif ist bei AC- und mittlerem DC-Laden inzwischen die teurere Option.